Rezensionen

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Reinhard Olschanski, Ressentiment. Über die Vergiftung des europäischen Geistes

 

Reinhard Olschanski, Ressentiment. Über die Vergiftung des europäischen Geistes, Paderborn: Wilhelm Fink 2015, 228 Seiten, ISBN 978-3-7705-5967-1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Copyright: Wilhelm Fink

     

Sie sind selten geworden, die reflektierten Schriften, die sich gegen den braun-grauen Rhetorik-Ausfluss aus Populismus und Fremdenfeindlichkeit stemmen. Frustriert und mit resigniertem Kopfschütteln nehmen viele die zunehmende Angst vor Fremden in Europa zur Kenntnis, die schnell in Hass gegen dieselben umschlägt. Auf der anderen Seite wehren sich viele und gehen aktiv gegen diesen Hass vor, helfen Flüchtlingen und akzeptieren keine Gewalt gegen Fremde. Eines aber bleibt davon unberührt: die pseudo-intellektuellen Erklärungsmuster, die sich längst auch in die rechten Ränder von CDU/CSU gefressen haben und erläutern wollen, warum "Fremde" im einem "westlich geprägten" und aufgeklärten Europa auch immer fremd bleiben. Diese historisierenden Erklärungsmuster nimmt Reinhard Olschanski in seinem Buch "Ressentiment" genauer unter die Lupe. ...weiterlesen

John Dewey, Liberalismus und gesellschaftliches Handeln. Gesammelte Aufsätze 1888 bis 1937

 

John Dewey, Liberalismus und gesellschaftliches Handeln. Gesammelte Aufsätze 1888 bis 1937. Herausgegeben und übersetzt von Achim und Nora Eschbach, Tübingen: Mohr Siebeck 2010, 262 S., ISBN 978-3-16-150529-4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Copyright:Morh Siebeck

     

Von John Dewey liegen seit den 1930er-Jahren Bücher in deutscher Übersetzungvor. Interessanterweise ist aus der Abfolge der Übersetzungen ersichtlich, dass das Werk sich in den letzten drei Jahrzehnten eines stetig steigenden und in Form einer Reihe von neuen Übersetzungen niederschlagenden Interesses erfreut. Dies wirft die Frage auf, warum Dewey eine solche Nachfrage erfährt. Der vorliegende, von Achim und Nora Eschbach herausgegebene Band, dem ein Text von Ralf Dahrendorf vorangestellt ist, gibt Antwort: Er stellt nicht nur erstmalig in historisch systematischer Sicht Deweys Überlegungen zum Verhältnis von Liberalismus und gesellschaftlichem Handeln vor, sondern macht paradigmatisch dessen Aktualität deutlich. Einige Aufsätze sind so geschrieben, als wäre ihre Zeit erst jetzt in der gegenwärtigen Krise der liberalen Demokratie und des Wirtschaftsliberalismus gekommen. ...weiterlesen

Hannes Bajohr, Dimensionen der Öffentlichkeit. Politik und Erkenntnis bei Hannah Arendt

 

Hannes Bajohr, Dimensionen der Öffentlichkeit. Politik und Erkenntnis bei Hannah Arendt, Berlin: Lukas 2011, 158 S., ISBN 978-3-86732-103-7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Seit einigen Jahren erfreut sich Hannah Arendts Werk einer Renaissance in Deutschland: Die Einrichtung eines Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden (1993) sowie eines Hannah Arendt-Zentrums an der Universität Oldenburg (1999), die Auslobung eines Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken seit 1995, die seit 1998 stattfindenden Hannah-Arendt-Tage der Stadt Hannover und die Benennung einer Vielzahl von Straßen und Schulen nach ihr belegen dies. Dabei steht stets die politische Theoretikerin Arendt im Vordergrund. ...weiterlesen

Emmanuel Faye, Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Im Umkreis der unveröffentlichten Seminare zwischen 1933 und 1935

 

Emmanuel Faye, Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Im Umkreis der unveröffentlichten Seminare zwischen 1933 und 1935, Aus dem Französischen von Tim Trzaskalik, Berlin: Matthes & Seitz 2009, 557 S., ISBN 978-3-88221-025-5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Das vorliegende Buch löste in Frankreich eine erregte öffentliche Debatte aus, während in Deutschland eine solche bis dato ausgeblieben ist, obwohl die Anschuldigungen Emmanuel Fayes an die Adresse Martin Heideggers ungleich gravierender sind als die einstiger Vorläufer – wie z.B. die Studien Victor Farías und Hugo Otts oder die frühen kritischen Auseinandersetzungen Karl Löwiths, Günther Anders’, Herbert Marcuses oder Alfred Grossers. Eventuell steht in Deutschland eine solche inhaltliche Auseinandersetzung erst an. Als möglicher Beginn einer sich auf Fayes Arbeit beziehenden Debatte kann sowohl Holger Zaborowskis Buch "Eine Frage von Irre und Schuld?" Martin Heidegger und der Nationalsozialismus (2010), als auch Florian Grossers Buch Revolution denken. Heidegger und das Politische 1919 bis 1969 (2011) und darüber hinaus die sehr konzise geistesgeschichtliche Verortung Heideggers von Walter Pauly (ders., „Das Volk ist das Seiende, dessen Sein der Staat ist." Wissenschafts- und seinsgeschichtliche Bewegungen bei Martin Heidegger und darüber hinaus. In: RG, 19 [2011], 255-262) betrachtet werden. Zudem hat sich mittlerweile das Heidegger-Jahrbuch dieses Themas angenommen (vgl. Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hg.), „Heidegger und der Nationalsozialismus II. Dokumente. In: Heidegger-Jahrbuch 5 [2009]). Faye versucht in seinem Buch zu belegen, dass die Grundlagen von Heideggers Denken rassistischem, völkischem und antisemitischem Gedankengut entstammen. Wer also glaubte, dass sich das Thema mit dem Werk Heidegger und der Nationalsozialismus (1989) von Victor Farías erledigt hätte, der wird hiermit eines Besseren belehrt. ...weiterlesen

Ian Buruma u. Avishai Margalit, Okzidentalismus. Der Westen in den Augen seiner Feinde

 

Ian Buruma u. Avishai Margalit, Okzidentalismus. Der Westen in den Augen seiner Feinde, Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn, München: Hanser 2005, 159 S., ISBN 978-3-446-20614-4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Ian Buruma und Avishai Margalit haben ihr Buch Okzidentalismus, eine Erweiterung ihres gleichnamigen Aufsatzes in The New York Review of Books vom Januar 2002 (dtsch.: Okzidentalismus oder Der Hass auf den Westen, in: Merkur, 56. Jhrg. (2002), 277-288), als Gegenstück zu Edward Saids 1978 erschienenem Buch Orientalismus (dtsch.: Edward W. Said, Orientalismus, Frankfurt am Main: Ullstein 1981) konzipiert, der einst mit seinem Standardwerk der Postkolonialismusforschung aufzeigte, wie der europäische Imperialismus den Orient kulturell erst projektiert hat. Der amerikanische Literaturwissenschaftler aus Palästina hielt uns jenen in Filmen, Romanen, in der Kunst und im ganzen öffentlichen Leben gepflegten Kanon aus Exotik und Erotik, aus Sinnenfreude und aus Repression, aus Sitten- und Sippenstrenge und deren oft unmenschlichem Ehrbegriff vor, den der Westen als Destillat aus Jahrhunderten von Kolonialismus und dessen Legitimationsbemühungen als Bild des Orients konstruiert hatte. Dabei galten die Eingeborenen zum Zwecke ihrer Domestizierbarkeit als degeneriert und zivilisatorisch rückständig. Ohne Saids Orientalismus ist Burumas und Margalits Okzidentalismus nur schwer denkbar, denn in beiden Fällen geht es um tief verwurzelte Fantasievorstellungen, die das Verhältnis von Orient und Okzident entscheidend prägen. Erstaunlich ist, dass sich bei aller Anlehnung an Said im Register kein Eintrag unter seinem Namen finden lässt, obwohl es in dem den Buch zugrunde liegendem Aufsatz Okzidentalismus explizit heißt: „Der Begriff ‚Okzidentalismus’ ist eine sarkastische Analogiebildung zu Edward Saids Konzept des ‚Orientalismus’(…).“ (Said 2002, 279) ...weiterlesen

Jürgen Habermas u. Joseph Ratzinger, Dialektik der Säkularisierung. Über Vernunft und Religion

 

Jürgen Habermas u. Joseph Ratzinger, Dialektik der Säkularisierung. Über Vernunft und Religion. Mit einem Vorwort herausgegeben von Florian Schuller, Freiburg im Breisgau: Herder 2005, 64 S., ISBN 978-3-451-28869-2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Das vorliegende Buch dokumentiert das Zusammentreffen eines der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart, Jürgen Habermas, und des damaligen Präfekten der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, der sich seit der Wahl zum Papst 2005 Benedikt XVI. nennt. Das Gespräch mit dem Titel Vorpolitische moralische Grundlagen eines freiheitlichen Staates befasste sich mit den Grundlagen unserer säkularen, westlichen Gesellschaft, die der Kardinal in Überlegungen zur Struktur des interreligiösen, weltweiten Dialogs weitergeführt hat.

 

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Ron Paul, Liberty Defined

 

Ron Paul, Liberty Defined. 50 Essential Issues That Affect Our Freedom, New York: Grand Central Publishing 2011, 352 S., ISBN 978-1-4555-0145-8

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Auch wenn Kurzlebigkeit, medialer Hype und ein Auf und Ab der Kandidaten in Umfragen schon immer zum amerikanischen Vorwahlkampf der Präsidentenwahl gehören und geradezu Ausdruck des amerikanischen Demokratieverständnisses als „Arena-Modell“ sind: Die Zeitintervalle, in denen im Feld der Republikaner Kandidaten emporstiegen und jäh abstürzten, waren wohl selten so kurz wie im Jahre 2011. Ob die potentiellen Herausforderer des Amtsinhabers Barack Obama (in chronologischer Reihenfolge ihres Scheiterns) Michelle Bachmann, Rick Perry oder Herman Cain hießen: Sie alle galten als Favoriten, bevor sie über verschiedenste Affären stolperten oder sich durch schlichte Unwissenheit in essentiellen Fragen selbst disqualifizierten. Demgegenüber steht einer, unbeirrt und scheinbar indifferent diesem unkontrollierten Treiben zuschauend, in Umfragen konstant eine größere Gruppe Wähler ansprechend: der texanische Abgeordnete Ron Paul. ...weiterlesen

Herfried Münkler, Mitte und Maß. Der Kampf um die richtige Ordnung

 

Herfried Münkler, Mitte und Maß. Der Kampf um die richtige Ordnung, Berlin: Rowohlt 2010, 300 S., ISBN 978-3871346903

 

 

 

 

 

 

     

 

Einmal mehr zeigt Herfried Münkler ein gutes Gespür für die Themen der Zeit. Das neueste Werk erscheint in einem Moment, da die Frage nach der Mitte der Gesellschaft Hochkonjunktur hat. Die Sorge über die sich verkleinernde Mittelschicht, darf man als unstrittig voraussetzen. Dies beinhaltet die Annahme, dass eine solche Entwicklung politisch gefährlich werden kann, denn die Mitte wird als Fundament der Stabilität angesehen. Die gegenwärtige Debatte dreht sich also nicht um ein Zuviel an Mitte, sondern vielmehr um ein Zuwenig. Ausgehend von einem Zweizeiler des konservativen Barockdichters Friedrich von Logau, der in einem Sinngedicht festhielt „In Gefahr und großer Noth // Bringt der Mittel-Weg den Tod.“ arbeitet sich Münkler durch die Ideengeschichte, um den politischen Begriff der Mitte zu eruieren. ...weiterlesen

Robert A. Dahl, Politische Gleichheit – ein Ideal?

 

Robert A. Dahl, Politische Gleichheit – ein Ideal?, Aus dem Englischen von Barbara Steckhan, Thomas Wollermann und Gabriele Gockel, Hamburg: Hamburger Edition 2006, 139 S., ISBN 978-3-936096-72-9

 

 

 

 

 

 

 

 

     

 

Für Robert Dahl ist das Vorhandensein politischer Gleichheit die Grundvoraus­setzung für eine funktionierende Demokratie. Sein wissenschaftliches Hauptaugenmerk liegt in der Untersuchung der Bedeutung von Gleichheit in der Demokratietheorie. Insbesondere die Auswirkung von Ungleichheit auf die Demokratie bedingt durch eine gleichfalls ungleiche Verteilung der Mittel, die Bürgern zur Einflussnahme auf öffentliche Entscheidungen zur Verfü­gung stehen, ist für ihn von besonderem Interesse. Dabei ist sich der Autor sehr wohl bewusst, dass es bestimmte Grund­aspekte der menschlichen Natur und Gesellschaft gibt, die uns daran hindern, unter den Bürgern eines demokratisch regierten Landes jemals vollständige politische Gleichheit herstellen zu können. ...weiterlesen

Ernst Jünger, Kriegstagebuch 1914-1918

 

Ernst Jünger, Kriegstagebuch 1914-1918. Herausgegeben von Helmuth Kiesel, Stuttgart: Klett-Cotta, Stuttgart 2010, 655 S., ISBN

978-3-60-893843-2

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Heimo Schwilk (Hrsg.), Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten, Stuttgart: Klett-Cotta 2010, 336 S., Abb., ISBN

978-3-608-93842-5

  

 

Ernst Jüngers Kriegstagebuch 1914-1918 ist erstmals in einer aufwendig gestalteten und ausgestatteten Buchausgabe erschienen, die auch Abbildungen von Zeichnungen und erläuternden Skizzen Jüngers beinhaltet. Sie orientiert sich wortgetreu an den Notizheften aus dem Ersten Weltkrieg. Insgesamt umfaßt das Tagebuch 15 Kladden, die seit einigen Jahren zum Inventar des Deutschen Literaturarchiv Marbach gehören. Diese sind nach der Handschrift und ohne die geringste Auslassung vom portugiesischen Germanisten José António C. Santos transkribiert und vom Herausgeber Helmuth Kiesel, Professor der Germanistik in Heidelberg, mit einem ausführlichen Kommentar sowie einer informativen Übersicht und Dokumentation versehen worden. Komplementär wurde das so genannte „Käferbuch“ aus den Kriegsanfangsjahren hinzugefügt, das sich zusammen mit Heft 7 in einer Kladde befand. Es wurde von Isolde Kiesel transkribiert sowie kommentiert und entstand ebenso an der Front, wo der Autor zumindest bis 1916 noch auf Käferpirsch ging – teilweise gezielt bei Spaziergängen während Auszeiten vom Dienst, teils beiläufig auf seinen Gängen durch die Grabensysteme. Seine Funde listete er fachkundig auf und präparierte die Käfer in den Ruhepausen an der Front. Mit dem Käfersammeln blieb ihm zu Kriegsbeginn neben seiner Leselektüre eine letzte zivile Ablenkung vom Kriegsgeschehen.

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