Thomas Morus' Utopia und das Genre der Utopie in der Politischen Philosophie

 

Autor/ Herausgeber

: Arnswald, Ulrich; Schütt, Hans-Peter; [Hrsg.]
Reihe : EUKLID : Europäische Kultur und Ideengeschichte. Studien
Band : 4
Verlag : KIT Scientific Publishing
ISBN : 978-3-86644-403-4
Seiten / Umfang : IX, 328 S.
Erschienen : 24.03.2011
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Klappentext:

Thomas Morus’ „Von der besten Staatsverfassung und von der neuen Insel Utopia, ein wahrhaft goldenes Büchlein, genauso wohltuend wie heiter“ ist ein Klassiker der Politischen Philosophie. Das 1516 erstmals erschienene Buch prägte die spätere Tradition fiktiver Staatsmodelle. Der Name ‘Utopia’ bezeichnet nämlich ein „Nirgendwo“, durch dessen Unauffindbarkeit alle Sehnsüchte in eine unerreichbare Ferne projiziert werden. Als Utopie gilt somit eine Vorstellung, die als Idee zwar denkbar, aber nicht unmittelbar umzusetzen ist. Sie ist Wunschtraum, Konzept und Vision einer Welt oder einer Zeit, in der eine neue gesellschaftliche, religiöse oder technische Ordnung herrscht.

Der Band hinterfragt, mit welchen Chancen auf gesellschaftspolitische Diskussion heute überhaupt noch fiktive Staatsmodelle ausgearbeitet werden können. Sind z.B. die modernen, weltweit stark rezipierten Entwürfe wie Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit, Nozicks’ Anarchie, Staat, Utopia oder die Sphären der Gerechtigkeit von Walzer als Utopien zu klassifizieren? Oder sind die fiktiven Elemente in ihnen so realitätsnah, daß man sie nicht mehr als utopisch beschreiben kann? Brauchen wir überhaupt Utopien, um in der Lage zu sein, neue, „zukunftsfähige“ Modelle der politischen Organisation einer Gesellschaft zu entwerfen? Oder ist die Politische Philosophie so saturiert, daß selbst unter dem Veränderungsdruck der Globalisierung in absehbarer Zeit mit neuen Staatsutopien nicht zu rechnen sein wird?

Über die Herausgeber

Ulrich Arnswald studierte Volkswirtschaftslehre, Politische Wissenschaften und Philosophie in Heidelberg, Canterbury und London. Seit 2005 ist er Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Buchpublikationen u.a.: Der Denker als Seiltänzer (2001), Gadamer’s Century (2002), Herausforderungen der Angewandten Ethik (2002), Die Autonomie des Politischen und die Instrumentalisierung der Ethik (2002), Wittgenstein und die Metapher (2004), Die Zukunft der Geisteswissenschaften (2005), In Search of Meaning (2009).

Hans-Peter Schütt studierte Philosophie, Mathematik und Klassische Philologie in Hamburg. Promotion und Habilitation in Heidelberg, seit 1995 Ordinarius für Philosophie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Buchpublikationen u.a.: Substanzen, Subjekte und Personen (1990), Die Vernunft der Tiere (1990), Descartes nachgedacht (1996), Die Adoption des „Vaters der modernen Philosophie“ (1998), Adam Smith als Moralphilosoph (2005).